Eröffnung des Bachelor Gesundheitswissenschaften an der Charité

Am Freitag, den 21. Oktober 2011 wurde an der Berliner Charité der Bachelorstudiengang „Gesundheitswissenschaften“ für Pflege- und Therapieberufe feierlich eröffnet. Es handelt sich um den ersten Bachelorstudiengang an der weit über die Grenzen Berlins hinaus bekannten Medizinischen Fakultät. Ein neuer Masterstudiengang „Health Professions Education“ folgt im Wintersemester 2014/2015. Die beiden Studiengänge lösen den seit 1963 an der Humboldt-Uni­ver­sität zu Berlin angebotenen Diplomstudiengang Medizin- und Pflegepädagogik ab.

60 Studierende und zahlreiche Gäste haben im Hörsaalzentrum am Campus Virchow-Klinikum diesen Neuanfang gefeiert. In seiner Begrüßungsansprache rief Prof. Dr. Gerhard Gaedicke, ehemaliger Leiter der Kinderklinik und Vorsitzender der Ausbildungskommission, die lange Tradition der Charité auf dem Gebiet der Gesundheitswissenschaften in Erinnerung. Besonders betonte er dabei die herausragenden Leistungen von Wissenschaftlern wie Christoph Wilhelm Hufeland (1762-1836) oder Rudolf Virchow (1821-1902) für die Gesunderhaltung der Bevölkerung. „Dass der neue Bachelorstudiengang hieran anknüpft“, so Prof. Gaedicke, „ist eine durch und durch begrüßenswerte Entwicklung für die Fakultät und für Berlin.“

Auch Prof. Dr. Klaus Hurrelmann, Gesundheits- und Bildungswissenschaftler und derzeit an der Hertie School of Governance Berlin tätig, warf in seinem Hauptvortrag zunächst einen Blick zurück. Er skizzierte die durch den Nationalsozialismus unterbrochene Geschich­te der Gesund­heitswissenschaften in Deutschland und den schwierigen Neuanfang zu Beginn der 1990er-Jahre. „Noch immer gibt es hierzulande nur wenige Möglichkeiten für eine grundständige gesundheitswissenschaftliche Qualifizierung“, hob er hervor. „Die Einrichtung des Bachelor Gesundheitswissenschaften an der Charité ist somit ein wichtiger Meilenstein für die Entwicklung dieses Fachgebiets.“ Mit einigen weiterführenden Überlegungen zu den verschiedenen Disziplinen, die sich mit ihren je eigenen Perspektiven und Beiträgen an der Gesundheitsförderung, der Gesunderhaltung oder der Gestaltung der Gesundheitssysteme beteiligen, führte er die Studierenden anschließend in ihr Studium ein.

Prof. Dr. Michael Ewers, Lehrstuhlinhaber für Gesundheitswissenschaften mit dem Schwerpunkt Bildung an der Charité, Entwickler und kommissarischer Leiter des Studiengangs, lenkte die Aufmerksamkeit auf die mit dem Bachelor verfolgten Ziele. Die Studierenden sollen Gelegenheit erhalten, sich einen Überblick über die verschiedenen gesundheitswissenschaftlichen Disziplinen und ihre spezifischen Perspektiven auf die Themen Wohlbefinden, Gesundheit und Krankheit zu erarbeiten. Die Kompetenzen aus der Ausbildung im Pflege- oder Therapieberuf würden in das Studium integriert und für die Beantwortung gesundheitswissenschaftlicher Herausforderungen in Praxis und Wissenschaft genutzt. Zudem hob er die Möglichkeiten nach erfolgreichem Abschluss des Studiums hervor, sei es auf dem Gebiet der Gesundheitsförderung und Prävention, der Steuerung der Gesundheitsversorgung oder auch in Feldern wie der Umweltgesundheit oder Familiengesundheit. Schließlich würde der Bachelorabschluss den Weg in unterschiedliche Masterprogramme und damit eine wissenschaftlich Laufbahn eröffnen. „Die Charité“ – so Prof. Dr. Ewers – „bietet mit ihren zahlreichen Experten aus den Lebens-, Human- und Sozialwissenschaften sowie den  verschiedenen Kliniken ein interessantes und anregendes Umfeld für das Studium der Gesundheitswissenschaften.“

In dem Studiengang können jährlich 60 Studierende aufgenommen werden. Der Bewerbungszeitraum für Wintersemester 2012/2013 beginnt im Sommer 2012.